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Biografie 

1967 Geboren in Bern

1984 Auslandjahr in Ecuador

1988 Matura Typus B, Kirchenfeldgymnasium Bern

1992 Regie und Hauptrolle in "Chasch use Cho", Coming-out Film

1996 Lic Phil Hist Germanistik, Universität  Bern

1998 Magisterarbeit zu Hans Henny Jahnn

2004 HLA Germanistik, Universität Bern 

2008 Regie: Kollegitheater Sarnen: Shakespeare: Was ihr wollt

2009 Regie: Kollegitheater Sarnen: Dario Fo: Diebe, Damen, Marionetten

2013 Schauspieler in "Häxä mache", Freilichtinszenierung Giswil (OW), Regie: Annette Windlin

2015 Hauptrolle als Narr Kuoni in "Der Streit geht weiter", 700 Jahre Morgarten, Bundesfeier, Freilichtinszenierung, Regie: Annette Windlin​

2016 Der Klarträumer, Roman

2019 Tristan, Hörspiel 

2026 Songwriter von "Follow me", "Happy Birthday", "Drive me Home" usw. 

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Das bin ich
 

Ich bin Nicolai Richter, Schriftsteller, Germanist, Musiker und bildender Künstler. Geboren 1967 in Bern, studierte ich Germanistik und Linguistik in Bern und Berlin und schloss mein Studium 1998 an der Universität Bern ab. Sechzehn Jahre unterrichtete ich Deutsch und Theater an der Kantonsschule Obwalden. Heute lebe und arbeite ich in Bad Zurzach.

Im Zentrum meiner Arbeit stehen Entropie, Erinnerung, Sucht und die gesellschaftlichen Bedingungen von Subjektivität. Mich beschäftigt, wie ein Mensch seine Geschichte erzählt, wie Erfahrungen sich körperlich und sprachlich verfestigen und wie Veränderung innerhalb dieser Bindungen möglich wird. Das eigene Leben bildet dabei ein Erkenntnismaterial, dessen Bedeutung sich im Schreiben fortwährend verschiebt.

Entropie dient mir als Denkfigur für die Irreversibilität von Zeit und die Veränderlichkeit jeder Ordnung. Körper altern, Erinnerungen verändern sich, Beziehungen und Institutionen durchlaufen Prozesse der Stabilisierung und Auflösung. Meine Texte, Bilder und Musik erkunden die Spannung zwischen diesem Wandel und dem menschlichen Bedürfnis nach Zusammenhang. Künstlerische Form gibt dem Vergänglichen eine vorläufige Gestalt.

Meine Institutionskritik entwickelt sich aus der Verbindung persönlicher Erfahrung mit theoretischer Reflexion. Michel Foucaults Untersuchungen zu Macht, Wissen und Subjektivierung bilden einen wesentlichen Bezugspunkt. Mich interessiert, wie Schulen, Kliniken und Behörden Wirklichkeit durch ihre Verfahren, Kategorien und Dokumente ordnen. Eine Diagnose, eine Beurteilung oder eine Aktennotiz beschreibt einen Menschen und kann zugleich seine Handlungsmöglichkeiten prägen. Ich untersuche, wie solche Beschreibungen Autorität gewinnen und welche Erfahrungen innerhalb ihrer Ordnung kaum Gehör finden.

Daneben beschäftigt mich das Modell autopoietischer Systeme: die Frage, wie Systeme sich durch ihre eigenen Operationen reproduzieren und äussere Einwände nach ihren internen Unterscheidungen verarbeiten. Für meine Institutionskritik ist besonders aufschlussreich, was geschieht, wenn Kritik in eine Bestätigung der angegriffenen Ordnung übersetzt wird — wenn Widerspruch etwa als weiterer Beleg für jene Zuschreibung erscheint, gegen die er sich richtet. Foucaults Machtanalytik und die Theorie autopoietischer Systeme eröffnen mir unterschiedliche Perspektiven auf die Beharrlichkeit institutioneller Deutungen.

Sucht untersuche ich im Spannungsfeld von Körper, Wiederholung, Begehren und gesellschaftlicher Zuschreibung. Epigenetik bildet dabei einen Bezugspunkt für Fragen nach dem Verhältnis von Umwelt, Lebensgeschichte und biologischer Regulation. Mich interessiert, wie Vergangenheit in der Gegenwart wirksam bleibt und welche Bedingungen eine Veränderung eingeübter Muster begünstigen.

Meine Beschäftigung mit Iboga führt zu Fragen nach veränderten Bewusstseinszuständen, autobiografischer Erinnerung und der Deutung aussergewöhnlicher Erfahrungen. Bön und buddhistisches Denken erweitern diesen Horizont um Vergänglichkeit, Anhaftung und die Frage nach dem Ich. Dabei beschäftigt mich besonders, wie eine Erfahrung in den Alltag eingeht und das Verhältnis zur eigenen Geschichte verändert.

In meinem fortlaufenden autobiografischen Projekt «Säure und Kreide» laufen diese Untersuchungen zusammen. Ich verstehe meine künstlerische Arbeit als ästhetische Erkenntnispraxis: als Versuch, Erfahrung präzise zu gestalten, die Autorität ihrer Deutungen zu prüfen und die Möglichkeit eines anderen Selbstverständnisses offenzuhalten.

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